Sonntag, 28. Januar 2007
Warum nicht Samstag?
Hallo zusammen. Heute gibts nen kurzen Abriß vom Wochenende.

Freitag
Also erst mal war ich am Freitag echt froh, daß ich im Lardys nicht allzu viel getrunken habe. Denn wenn ich breit gewesen wäre, hätte ich wohl keine Chance mehr gehabt in die Nachtgalerie rein zu passen. Es war unglaublich voll. Und damit mein ich nicht, daß die Leute so dicht waren.

Ich komme also um 20 vor eins an und sehe die lange Schlange. Aber ich bin es ja gewohnt mich durch zu kämpfen... Allerdings habe ich es von der Eingangstür nur kurz ins Büro geschafft und dann gerade noch in Club an die Bar.

Und da nahm die Verschwörung für den 26.01 ihren Lauf. Ich komme hinter die Bar. Vanessa zwingt mich Limes zu trinken. Okay, es hätte schlimmer kommen können. Sie hat Gnade und es gibt Zitronenlimes statt süßem Maracuja oder Erdbeer. Aber wer den Zitronenlimes anfertigt trinkt wahrscheinlich auch Biff Badreiniger mit der Citruskraft...

Naja ich überlebe. Geschwächt stehe ich vorm Kühlschrank. Vanessa erkennt meine Wehrlosigkeit und mault, daß sich ihr Schlafzimmer immer noch nicht verkauft hat. Und das obwohl ich das hier schon angepriesen hab. Nun, ja ich rate ihr jetzt mal vielleicht noch nen getragenen Schlüpfer mit drauf zu packen. Dann ist sie alles im Hand um drehen los. Aber ich erkenne meine Schuld. Deswegen werde ich wahrscheinlich auch dazu verdonnert mal für sie weiter zu arbeiten, während sie mal schnell aufs Klo geht. Hallo? Schnell? Hat sie schon mitbekommen, daß man ne Planierraupe braucht um sich den Weg durch die Leute zu bahnen? Und die Länge der Schlange vor der Mädelstoilette gleicht normalerweise schon einer ausgewachsenen Python (Nein, tut mir leid, ich mach jetzt nicht noch nen Witz über diverse Größen von Geschlechtsteilen, obwohl sich das anbieten würde. - Achso da fällt mir ein, hatte ich schon erwähnt, dass dieser Blog FSK 18 ist?)

Wie auch immer. Ich arbeite also brav und irgendwann hat es die Vanessa geschafft sich wieder an ihren Platz zurück zu kämpfen. Gerade spiele ich mit den Gedanken mich mit einem Jäger zu belohnen, als mich der Moaritz fragt ob ich für ihn auch mal schnell die Stellung halten kann. Das mach ich natürlich gerne. Bevor ich noch was anderes halten muß, während er sein Geschäft macht. Da übernehm ich lieber seins und verkaufe ein paar Drinks. :-)
Als er wieder kommt mache ich mich aber lieber schnell aus dem Staub, bevor der Franzi auch noch einfällt, daß sie Pippi machen möchte. :-)

Ich muß weg. Bin raus für heute.

Samstag
Heute bin ich selber am Start. Me vs. die Höllenmaschine. Die Cocktailbar im Foyer Ja, die Maschine macht auf Knopfdruck Cocktails. Und nein, ich habe keinen Einfluß auf das Mischungsverhältnis. Ich komme ins Büro um einzuchecken. Und ich traue meinen Ohren nicht. Wir sind heute zu zweit an der Bar. Flo, womit habe ich das verdient? Habe ich ausversehen den Umsatzrekord aufgestellt oder unbewußt irgendeine andere Glanztat vollbracht? :-) Ich bin mit der Stöfi an der Bar. Sehr fein.

Der Abend geht ruhig an. Irgendwie wird es nicht ganz so voll wie am Freitag. Aber warum nicht? Liebe Gäste, was ist da los? Habt ihr keinen Bock auf Samstag? Oder keine Kondition für zwei Tage? Naja. Am Ende ist der Abend wie immer gut.

Gut gehen ließ es sich diesmal auch der Frank. Nach einer halben Flasche Rum mit Vitaminen und Cola. hat er schon leichte Koordinationsschwierigkeiten. Frank du hast einen leichten Linkschwung ab 1,5 Promille. :-) Sorgen mache ich mir dann aber beim ungefähr 13. Jägermeister. Er bekommt ihn nicht zu schlucken. - Sowas hab ich noch nie gesehen. Er steht mit leicht angewinkeltem Arm da und hat das Stamperl in der Hand. In dem Moment als er den Arm anhebt um das Glas anzusetzen neigt sich sein Oberkörper nach hinten und geht im selben Winkel zurück. Das heißt der Abstand zwischen Hand und Mund wird nicht geringer. Er fliegt nur gleich hinterrücks um. Aber als verantwortungsvoller Mitarbeiter eile ich ihm zu Hilfe. Ich richte ihn auf und lege ihm meinen Arm in den Rücken, sodaß sein Oberkörper aufrecht bleibt, als er zum zweiten Versuch den Jägermeister zu trinken ansetzt. - Na also geht doch. Wie und wieso du noch ins Apartment gefahren bist verstehe ich immer noch nicht. Warst ja schon ziemlich bedient. - Bei dem Topservice von Steffi und mir aber auch kein wunder. :-).

Nachdem für mich dann Schicht war, schaue ich noch in die Halle um etwas auszunüchtern. Hier geht noch was...

Und bevor ich jetzt auch gehe: Es gibt noch gute Neuigkeiten. Das Projekt "Bitte füttern" zeigt erste Wirkung. Der Harti hat schon 500g zugenommen. :-)

Schönen Sonntag-Abend noch.

Berndi

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Freitag, 26. Januar 2007
Das rote Zeug ist schuld!
Weil ich heute mal wieder auf der Seite meines früheren Arbeitgebers vorbeigesurft bin und auch Freitag ist, habe ich einen guten Rat fürs Wochenende.
Ganz kostenlos.

Dazu muß ich Euch folgende Geschichte erzählen. Naja, eigentlich ist es mehr eine Begebenheit.

Vorwort
Da ich ja nur am Wochenende hinter der Theke stehe, muß ich nebenbei auch noch arbeiten. Das tue ich wie eine Vielzahl der Menschen in einem Büro. Bis vor einem Jahr war ich auch noch angestellt. So mit Chef und Vorgesetztem usw.

Es war einmal...
Es ist Mittwoch. Ca 21.00 Uhr. Donnerstag ist ein Feiertag. Ich muß um 22.00 Uhr in der Nachtgalerie an der Bar stehen.

Also gehe ich ins Büro vom Chef. Er sitzt vorm Rechner und zündet sich gerade eine Zigarette an. Neben seinem Bildschirm steht eine Flasche Bier. Sie ist offen. Und halb leer. Oder halb voll und nicht verschlossen. Je nach dem wie man es betrachtet. Neben dem Augustiner steht ein Weinglas mit Wasser. Momentmal, hab ich gerade Wasser gesehen? Um die Uhrzeit beim Chef auf Tisch? Als er einen Schluck nimmt entpuppt sich das Wasser als recht zähflüssig. So wie Vodka der aus dem Eisfach kommt. Ich bin beruhigt. Es ist alles in Ordnung. Niemand ist krank und keiner muß sterben. :-)

"Herr Müller, (Name geändert) ich geh jetzt. Ich muß weiter zur nächsten Arbeit.", sage ich. Er schaut mich an. Dann erwiedert er: "Bernd, wie heißt der Laden wo sie immer rumhöppeln?" (höppeln ist sein Lieblingswort und ist ungefähr so universell verwendbar wie "schlumpfen") "Nachtgalerie, an der Hackerbrücke. Wieso?" - "Ahmm, vielleicht schau ich da heute mal vorbei" Was?! "Okay, ich schreib Sie auf jeden Fall mal auf die Gästeliste." entgegne ich." - "Ja. Und falls wir uns nicht mehr sehen Bernd, Sie denken an unseren Termin morgen um 14.00 Uhr?" - "Geht klar Herr Müller." (Name immer noch geändert)

Es ist kurz vor elf. Die Nachtgalerie füllt sich langsam. What the f**k Da steht mein Chef ausm Büro. Das hätte ich nicht gedacht. Ich gehe zu ihm und frage was er trinken möchte. - Wir trinken jeder 2 Stamperl Vodka und ich stelle ihm noch einen Vodka-Kirsch hin. Er erzählt mir derweil seelenruhig, daß er keinen Eintritt zahlen mußte. Deswegen hab ich Ihn ja auf die Gästeliste geschrieben Er hat sich als mein Vater ausgegeben. Mein Dad?! Bin ich jetzt auf dem Turm von Pisa? Hier läuft was schief!!! "Aber Herr Müller (ist nicht sein richtiger Name), ich hab Sie doch extra auf die Gästeliste geschrieben..." Es ist ihm egal, es hat ja auch so geklappt.

Er kommt noch ein paar mal vorbei und wir trinken ein Stamperl Vodka und er Vodka-Kirsch. Das letzte Mal als er an der Bar steht bevor ich ihn aus den Augen verliere fragt er was das rote Zeug ist. "Limes. Ist aus Erdbeeren und Vodka gemacht" sage ich. Er will es probieren. Ich mag es nicht, aber des Menschen Wille ist sein Himmelreich Nach der kleinen Kostprobe dreht er sich um und verschwindet in der Masse. Mir ist es egal, der Abend ist eh sehr lustig. Olli und ich geben mächtig Gas aber das ist eine andere Geschichte.

Zwischendurch kommt noch der Flo, auch Chef, aber nicht im Büro sondern in der Nachtgalerie, der andere Chef halt... um Geld abzuholen und meint zu mir: "Berndi, weißt wer da ist? Dein Papa. Das finde ich ja nett" Ich verzichte auf jeglichen Widerspruch. Ich trink lieber noch einen Jägermeister...

Am nächsten Morgen wach ich auf und hab einen Schädel beeinander, daß es der Sau graust.


Ich nach der Nachtschicht... Naja, eigentlich wars eher ein Kater.

Egal. Ich muß mich beeilen. Ich hab um 2 den wichtigen Termin mitm Chef. Und es ist schon 1. Also ab unter die Dusche und nichts wie rein in die U-Bahn. Doch halt. Nächste Station muß ich wieder raus. Habe kein Frühstück gehabt. Also schnell zum Pizzastand und fetthaltig eingekauft.

Gerade will ich mit der Speisung meinerselbst beginnen. F**k, welche Evolutionsbremse ruft denn jetzt an? Es ist mein Chef. Um kurz nach halb zwei. Er ruft von daheim an.

"Herr Müller (nein, den echten Namen verrate ich nicht), wie geht´s? Sie noch daheim? Wir treffen uns doch gleich?" Vom anderen Ende der Leitung schnarrt es mir röchelnd entgegen: " Nein, wir müssen den Termin verschieben. Heute gehts nicht." - "Wieso? War doch schon lange ausgemacht." - "Ich kann nicht. Mir tut alles weh." ?!!! "Ich bin gestern raus aus ihrem Laden und zack an der frischen Luft, bin ich umgekippt. Ich bin die vier Treppenstufen am Eingang runtergeflogen und mit allen meinen Klamotten unten im Matsch aufm Parkplatz gelandet. Aber ich kann mich nicht daran erinnern, weil mir schwarz vor Augen war...!" - "..." - "Und das nächste was ich weiß ist, daß mich ein paar von den Jungs an der Tür hochgehoben haben und mich die Auffahrt rauf zu den Taxen geschleppt haben. Da wollte mich der Fahrer erst nicht mitnehmen, weil ich so schmutzige Klamotten hatte... Ich hab ihm dann nen 50er gegeben dafür, daß er mich nach Hause bringt." - "Aber was war denn los?" - "Ich war einfach fertig. Die Frischluftwatschn war zu heftig. Das rote Zeug am Schluß war schuld. Das hat es echt in sich. Das war zuviel für mich!" ...

Die Moral
Und was lernen wir daraus fürs weggehen heute Abend? Trinke nicht soviel. Limes ist ungesund. Greif lieber zum Jägermeister.

Zum Start ins Wochenende allen eine gute Party. Wir sehen uns spätestens morgen in der Nachtgalerie.

Berndi
I can´t wait for the weekend to begin

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Donnerstag, 25. Januar 2007
Ein Job in der Nachtgalerie
Eine der meistgestelltesten Fragen an der Bar ist: "Wieso zwei Euro? Auf der Karte steht Bier kostet ein Euro." (Zum Verständnis für alle Leser, die nicht zu unseren Stammgästen gehören. Es liegt am Pfand. Der beträgt nämlich auch ein Euro)

Die Frage die ich danach am meisten höre lautet: "Sucht Ihr noch Leute? Was muß ich tun, wenn ich hier arbeiten will?"

Deswegen gibts hier nun eine kurze Zusammenfassung über die Voraussetzung zu den einzelnen Jobs. So ne Art FAQs.

Ich will einen SECURITY-Job:
Okay. Den zu bekommen ist nicht ganz einfach. Du mußt es schaffen im tarditionellen Sumoringkampf unseren Türsteher Tom niederzureißen. - Und nein, es sind keine Hilfsmittel wie Traktor oder Gabelstapler erlaubt.
Wem das unmöglich erscheint, der kann auch alternativ in den Headnut Contest mit unserem Abrechnungsmann "Onkel" einsteigen...


Der Onkel nach einem weiteren erfolgreichen Dänemann-Wettstreit

Ich will einen BAR-Job:
Das setzt voraus, daß Du mich im trinken besiegen kannst. Das ist Deine Eintrittskarte, um Dich in den Ring mit unserem Chef Alex zu stellen. Aber sei vorsichtig. Er ist geübt in Disziplinen wie: "Wir exen immer abwechselnd einen Kümmerling und einen Bacardi Breezer"...


Die letzte Anwärterin auf eine Barkarriere nach der Aufwärmrunde

Ich will einen BUZZ-BOY-Job:
Auch keine leichte Aufgabe. Das setzt extreme Schmerzfreiheit genauso voraus wie eine laute Stimme. Grundvoraussetzung ist ein "Vorsicht" so laut schreien zu können, daß es die umstehenden Personen im Umkreis von 3m bei 120 db Musikdruck noch wahrnehmen.
Außerdem sollte es einem nichts ausmachen auf der Kühltruhe seinen Rausch auszuschlafen, sich mitten am Hauptbahnhof zur Ruhe zu legen oder zu versuchen seinen Kopf volle Kanne in den MVV Stempelautomaten zu rammen um ihn zu entwerten. Und das Woche für Woche.. (Sepp, wir vermissen dich)


Profis am Werk

Ich will einen GADEROBEN-Job:
Hier ist es auf jeden Fall erforderlich alle gängigen Konfektionsgrößen in der richtigen Reihenfolge aufsagen zu können. Das schaffen die meisten noch. Aber mit dem lesen und zuordnen von vierstelligen Nummern hakt es meistens schon aus.
Wer das noch hinbekommt steht vor der letzten, großen Herausforderung: Es herrscht Alkoholverbot.
- Wie, wo lauft Ihr denn hin? Kommt zurück. Wir haben leckere Capri-Sonne fürs Personal am Start.


Von wegen kein Alkohol. Auf dem Schild steht doch eindeutig das Gegenteil!

Ich will nen BLOW-Job:
Das dürfte noch das sein, was Du bei uns am einfachsten bekommst. :-) Dazu mußt nur freundlich sein. Und ein wenig gut aussehen. Dann findet sich bestimmt jemand.

Ihr seht ja, die Anforderungen sind wahnsinnig hoch. Wie ich das geschafft habe, weiß ich nicht. Ich galub ich hab mich mit mir auf eine unentschieden beim Kampftrinken geeinigt, nachdem jeder von uns beiden eine Flasche Jäger drin hatte.

Was? Wie es mit hochschlafen ist? Weiß ich nicht. Bin kein Mädchen. Aber ich werde mal versuchen das für einen der nächsten Beiträge herauszufinden.

Schönen Donnerstag noch

Berndi

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